Die Finanzmärkte zeigten am Donnerstag eine deutliche Gegenbewegung zu den Verlusten der vergangenen Tage. Auslöser war vor allem eine Entspannung im geopolitischen Umfeld: Die zuletzt angedrohten US-Zölle im Zusammenhang mit der Grönland-Thematik wurden vorerst zurückgenommen. Diese Nachricht sorgte für eine spürbare Erleichterung an den Aktien- und Anleihemärkten und brachte insbesondere zyklische Werte und Nebenwerte zurück in den Fokus der Anleger.

Zoll-Entspannung als kurzfristiger Katalysator

Im Mittelpunkt stand die Rede von US-Präsident Donald Trump sowie das Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Beide Seiten einigten sich auf einen Rahmen für weitere Gespräche, wodurch das akute Zollrisiko zunächst vom Tisch ist. Für die Märkte war weniger der politische Inhalt entscheidend, sondern die Tatsache, dass neue Handelsbarrieren vorerst vermieden werden. Die zuvor hohe Unsicherheit hatte insbesondere die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben getrieben – diese Bewegung wurde nun klar negiert.

Aktienmärkte reagieren positiv

Der deutsche Leitindex DAX profitierte deutlich von der verbesserten Stimmung und konnte wichtige technische Marken zurückerobern. Solange die laufende Konsolidierung oberhalb zentraler Unterstützungen bleibt, ist eine Fortsetzung der Erholung wahrscheinlich. Auch der Nasdaq 100 zeigte Stärke, steht jedoch weiterhin vor relevanten Widerstandszonen. Erst ein nachhaltiger Ausbruch würde hier weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen.

Besonders auffällig präsentierte sich der Russell 2000. Der Index für US-Nebenwerte konnte nach einer kurzen Korrektur direkt wieder in den übergeordneten Aufwärtstrend zurückkehren und neue Hochs markieren. Dieses Verhalten spricht für eine robuste Marktstruktur und eine weiterhin hohe Risikobereitschaft institutioneller Investoren.

US-Dollar stabilisiert sich – EUR/USD unter Druck

Parallel zur Aktienerholung stabilisierte sich der US-Dollar-Index nach dem vorangegangenen Abverkauf. Technisch betrachtet befindet sich der Dollar in einer Erholungsbewegung, die bei Fortsetzung zusätzlichen Druck auf den Euro ausüben dürfte. Im EUR/USD wurden wichtige Widerstandsbereiche bestätigt, was kurzfristig eher für eine Schwächephase der europäischen Gemeinschaftswährung spricht.

Makrodaten: US-Wirtschaft bleibt widerstandsfähig

Makroökonomisch bleibt das Bild stabil. Besonders bemerkenswert ist die aktuelle GDP-Prognose der Atlanta Fed, die für das vierte Quartal ein Wirtschaftswachstum von 5,4 % erwartet. Trotz anhaltender Inflationsthematik und erster Risse am Arbeitsmarkt zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin erstaunlich robust. Genau diese Kombination macht schnelle Zinssenkungen der US-Notenbank derzeit unwahrscheinlich und hält den geldpolitischen Druck hoch.

Einzelaktien im Fokus: Johnson & Johnson und Intel

Auf Unternehmensebene überzeugte Johnson & Johnson mit soliden Quartalszahlen. Der Umsatz lag über den Erwartungen, der Gewinn pro Aktie entsprach dem Konsens. Besonders positiv wurde der Ausblick für 2026 aufgenommen, der sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn über den Markterwartungen liegt. Charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend intakt, Rücksetzer wurden konsequent gekauft.

Intel hingegen sorgte mit einer starken Kursrally im Vorfeld der Zahlen für Aufmerksamkeit. Die Erwartungen des Marktes sind entsprechend hoch. Nachbörslich wird sich zeigen müssen, ob der Konzern operative Fortschritte und eine überzeugende Perspektive im KI- und Chipgeschäft liefern kann. Andernfalls droht eine klassische „Buy the rumor, sell the news“-Reaktion

Fazit

Die aktuelle Marktlage zeigt, wie schnell sich Stimmungsbilder drehen können, wenn politische Risiken zumindest temporär entschärft werden. Trotz der Erholung bleiben die Märkte anfällig für neue Schlagzeilen. Für Anleger und Trader gilt weiterhin: Chancen ergeben sich vor allem in klaren Trends – vorausgesetzt, Risiko- und Positionsmanagement bleiben konsequent.

Tickmill’s tägliche Tradingideen – Live-Besprechung

Diese Themen standen heute in der Live-Besprechung um 8:30 Uhr auf der Agenda:

·         00:00 Heute auf der Agenda

·         01:58 Wichtige Nachrichten für den Handelstag

·         05:58 Grönland-Deal Details & Marktreaktion

·         08:15 USD-Index - Planung Erholungs-Trade

·         10:32 EURUSD - Tradeplanung nach Grönland-News

·         12:34 Russell 2000 - Nebenwerte laufe (neue Ziele)

·         15:25 Nasdaq 100 - Planung Erholungs-Trade

·         17:58 DAX - Planung Erholungs-Trade

·         19:09 Johnson & Johnson - Quartalszahlung und Marktreaktion

·         23:53 Intel - Massive Rally vor den Quartalszahlen

·         26:15 Taiwan Semiconductor – Zuschauerfrage

 

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Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl